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Ausblick

Um den Erfordernissen einer qualifizierten Supervision gerecht zu werden, wird heute ein integratives Modell und eine Methodenvielfalt angesteuert. Der Supervisionsstudent an der Gesamthochschule Kassel gewinnt in Seminaren, Workshops und Selbsterfahrungsgruppen einen Einblick in die verschiedensten psychologischen Theorien, lernt eine Buntheit von Inter­ventionsstrategien kennen, die die eigene Kreativität und Phantasie anregt und den Mut zum freudigen Experimentieren weckt.

Was ihm fehlt, wenn er es nicht mitgebracht hat, ist ein theoretisches Gerüst, auf dem er sich sicher bewegen kann, das ihm Orientierung gibt, um die supervisorischen Handlungsformen reflektiv und sinnbringend ergänzen und einbauen zu können. „Dabei wären wichtige Fragen zu klären: von welchem Menschenbild soll die Sozialarbeiter-Supervision eigentlich ausgehen? Ist der Mensch ein Triebwesen, das es mühevoll zu sozialisieren gilt, ist der Mensch grund­sätzlich weltoffen oder ist er, in sozialwissenschaftlicher Perspektive, ein­gebunden in ökonomische, politische, arbeitsweltliche und lebensweltliche Zwänge, die es zu bewältigen gilt?“ (Belardi, 1992; 212)

Ein Supervisor wird immer bei seiner Arbeit auf sein persönliches Men­schen- und Weltbild zurückgreifen. Adler hat mit seiner Individualpsy­chologie ein theoretisches Gerüst hinterlassen, mit dem ich mich identifi­zieren kann, und das mir mit seiner Offenheit die Freiheit und die Freude zur weiteren wissenschaftlichen Exploration lässt, wie die vorliegende Arbeit ansatzweise gezeigt haben mag.

Die Eingangshypothese, dass die Individualpsychologie von ihrem beratungswissenschaftlichen Standort aus, Anhaltspunkte für ein supervi­sorisches Konzept mit der Psychohygiene der Supervisanden als zentralen Aufgabe bieten könnte, wurde an wesentlichen Stellen beispielhaft bewie­sen.