Typisierung nach Alfred Adler

Typisierung der Lebensstilmuster nach Alfred Adler

Alfred Adler hat sich bereits 1935 mit einer Typisierung der Lebensstilmuster beschäftigt und vier verschiedene Muster menschlichen Verhaltens beschrieben. Er unterscheidet sie je nach dem Grad der Aktivität, des Gemeinschaftsgefühls und der sozialen Integration (vgl. Kap. 4).

„Wenn wir uns ansehen, wie Individuen der Wirklichkeit entgegentreten, so finden wir einige, die – von der frühen Kindheit angefangen – das ganze Leben hindurch eine mehr oder weniger dominierende oder herrschende Haltung an den Tag legen, die in all ihren zwischenmenschlichen Verhältnissen erscheint.

Ein zweiter Typ, sicherlich derjenige, der am häufigsten auftritt, erwartet alles von anderen und stützt sich auf andere. Er könnte der nehmende Typ genannt werden.

Ein dritter Typ neigt dazu, sich durch das Vermeiden der Lösung der Probleme erfolgreich zu fühlen. Anstatt mit dem Problem zu kämpfen, versucht ein Mensch dieses Typs ihm bloß aus dem Weg zu gehen. Dadurch versucht er eine Niederlage zu vermeiden.

Der vierte Typ schließlich kämpft in mehr oder weniger starkem Maß, um diese Probleme in irgendeiner Weise nützlich für andere zu lösen.

Jeder dieser Typen behält seinen Stil von Kindheit an bis zum Ende seines Lebens bei, es sei denn, der Betreffende wurde von dem Fehler in der Schöpfung seiner Stellungnahme zur Wirklichkeit überzeugt.

Die Grundsätze, die mich leiten, wenn ich Individuen diesen vier Typen zuordne, sind zum einen der Grad ihrer Annäherung an andere, ihre soziale Integration und zum anderen die Bewegungsform, die sie entwickeln (mit mehr oder weniger Aktivität), um den Grad der Annäherung in einer Weise aufrechtzuerhalten, die sie für die besten halten, um Erfolg (ihrer eigenen Auslegung gemäß) zu erzielen“ (Adler, 1983; 72).

Anhand dieser Zuordnung demonstriert Adler nachfolgende Grundmuster:

  1. Herrschender Typ mit mehr oder weniger aktiven, mehr oder weniger gemeinschaftsabgewandten Grundzügen
  2. Nehmender Typ mit mehr oder weniger passiven, mehr oder weniger gemeinschaftszugewandten Grundzügen
  3. Vermeidender Typ mit mehr oder weniger passiven, mehr oder weniger gemeinschaftsabgewandten Grundzügen
  4. Sozial nützlicher Typ mit mehr oder weniger aktiven, mehr oder weniger gemeinschaftszugewandten Grundzügen

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