Achtsamkeitstraining

Entspannungstechnik ›Achtsamkeitstraining‹ | Definition und Ursprung

Achtsamkeitstraining ist die deutsche Bezeichnung für „Mindfulness-Based Stress Reduction Program“ (MBSR), einem intensiven Trainingsprogramm zur ganzheitlichen Stressreduzierung und zur Förderung, Wiedergewinnung und Erhaltung der Gesundheit. Das Spezifische dieses Programms ist die Zusammenführung von jahrtausendealter Erfahrung über die heilsame Wirkung buddhistischer Meditation und dem Yoga mit den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Stressforschung.

Entwickelt wurde MBSR von dem amerikanischen Verhaltensmediziner Dr. Jon Kabat-Zinn bereits 1979 an der Stress Reduction Clinic, einer Abteilung des Medical Centers der Universität Massachusetts, Boston.

Dr. Jon Kabat-Zinn erklärt: „Achtsamkeit ist eine tiefe Dimension von Bewusstheit, die wir schon besitzen. Aber wir sind so wenig mir ihr vertraut, dass sie uns in jenen Momenten unseres Lebens nicht zur Verfügung steht, in denen wir sie am meisten bräuchten.“ Jon Kabat-Zinn, Achtsamkeit für Anfänger, S. 16, 2009)

Wirksamkeit des Achtsamkeitstrainings
Zahlreiche wissenschaftliche Studien, so auch in Deutschland an der Freiburger Universität und dem „Freiburger Institut für Achtsamkeitsforschung“, haben die Effektivität des Achtsamkeitstrainings belegt. Danach zeigt eine systematische und in den Alltag integrierte Anwendung des Trainings eine nachweislich gesundheitsfördernde Wirkung.

Als Selbsthilfemethode und ressourcenorientierte Ergänzung zur medizinischen und/oder psychotherapeutischen Behandlung trägt das Achtsamkeitstraining zu einer anhaltenden Reduzierung körperlicher und seelischer Beeinträchtigungen bei. Dabei ist es auch all denjenigen zu empfehlen, die eine aktive Gesundheitsprävention für ein ausgeglichenes und bewussteres Leben betreiben wollen.

Achtsamkeitstraining hilft:

  • stressbedingte körperliche und psychische Symptome nachhaltig zu verringern
  • Stresssituationen besser zu bewältigen
  • Stressreaktionsmuster zu erkennen und
  • stressverstärkende Gedanken wahrzunehmen und zu verändern
  • akute oder chronische Beschwerden des Herz-Kreislaufsystems zu lindern
  • das Immunsystem zu stärken
  • die Schlafqualität zu verbessern
  • Ruhe und Kraft zu tanken
  • das Selbstvertrauen, die Selbstakzeptanz und das Selbstwertgefühl zu stärken
  • die Selbstwirksamkeit und Kontrollvermögen zu erleben
  • bei Abgrenzungsproblemen
  • die Intuition zu fördern
  • das Zuhören zu verbessern
  • die Konzentration und Aufmerksamkeit zu erhöhen
  • Gefühle besser wahrnehmen und den Umgang mit „schwierigen“ Gefühlen wie Angst, Wut, Hass, Zorn, Ärger zu heilen
  • Bedürfnisse klarer zu äußern
  • kommunikative Fähigkeiten zu verbessern
  • die Geistesgegenwärtigkeit zu erhöhen
  • authentisch präsent zu sein
  • die Fähigkeit sich zu entspannen zu verbessern
  • Heiterkeit, Gelassenheit, Lebensfreude und größere Vitalität (zurück) zu gewinnen
  • die Entschlusskraft und Entscheidungsfähigkeit zu stärken
  • das Durchhaltevermögen zu stützen
  • beim chronische Schmerzen zu lindern
  • die Lebensqualität zu steigern

In vielen Ländern der Welt wird das Programm erfolgreich insbesondere auch im klinischen Bereich eingesetzt.
Vielleicht haben Sie Interesse an der Teilnahme an einem strukturierten Achtsamkeitstraining. Vorerfahrungen für eine Teilnahme sind in der Regel dazu nicht notwendig. Über den Inhalt eines solchen Programms erfahren Sie hier.

Inhalt eines strukturierten Achtsamkeitstrainings (Beispiel)
Achtsamkeit, verbunden mit einer offenen Geisteshaltung, in das eigene Leben zu integrieren, kann durch den Besuch eines systematisierten und von ausgebildeten Trainern angeleiteten achtwöchigen Gruppen-Trainingsprogramms, gelernt werden. Kern dieses Programms bildet das schrittweise Einüben der Achtsamkeit durch verschiedene Achtsamkeitsmeditationen.

Dazu zählen:

  • geleitete Achtsamkeitsmeditationen in der Stille (sitzend) und in Bewegung
  • Yogaübungen in Ruhe und in Bewegung
  • Körperwahrnehmungsreisen
  • Atemmeditationen im Sitzen
  • Theorieinformationen z.B. zu folgenden Themen
  • Wie beeinflussen unsere Gedankenmuster unsere Gefühle und unser Handeln?
  • Achtsamkeit und Stress?
  • Achtsamkeit und Schmerzsymptomatik?
  • heilsamer Umgang mit „schwierigen“ Gefühlen wie Wut und Angst
  • Selbstwert und Selbstakzeptanz
  • Gruppengespräche und der Austausch mit anderen Teilnehmern gehören zum umfassenden Programm

© Dr. Evelin Fräntzel